A U R I K U L O T H E R A P I E                                                                                   

 

 1. A L L G E M EI N E S

Die Ohrakupunktur wurde schon im Mittelalter in den Spitälern angewandt. Sie wurde in späteren Zeiten durch die Laboruntersuchungen, die so vielversprechend waren, verdrängt und geriet fast in Vergessenheit.

Wir wissen, daß jede Krankheit einen Ursprung hat, die Laboruntersuchungen zeigen jedoch nur den momentanen Stand der Krankheit und können nur schwer die Ursache enthüllen. Die Akupunktur und ihr Spezialgebiet -die Ohrakupunktur - gehören zur Ganzheitsmedizin, die nach der Krankheitsursache sucht und die Einwirkung der Umwelt auf den Patienten berücksichtigt.

In der klassischen Akupunktur befinden sich die meisten und wirksamsten Punkte an den Enden der Extremitäten, also sind die Reflexwege zur Schaltzentrale Gehirn lang und störungsanfällig. Wichtige Punkte sind auch am Kopf und an den beiden Mediallinien. An jedem dieser Punkte können Regulationsvorgänge ausgelöst werden, wobei der Reiz auf bestimmte Regelkreise einwirkt. Nicht alle Punkte haben zentrale Funktionen, besonders wirksame Punkte sind jedoch in der Lage, die höchsten Schaltstellen in Tätigkeit zu versetzen. Das trifft besonders für die Ohrakupunktur zu, die wirksamen Reflexwege sind extrem kurz. Oft können noch während der Behandlung erstaunliche Erfolge beobachtet werden. (Wegen der Gefahr eines Kreislaufkollapses empfiehlt es sich, den Patienten in liegender Position zu behandeln!)

Die Ohrakupunktur ist die am stärksten wirksame Sonderform der klassischen Akupunktur. Sie wurde vom französischen Forscher Dr.Paul Nogier wiederentdeckt und neu entwickelt. Sie umfasst therapeutische,diagnostische, prophylaktische, analgetische Maßnahmen. Die kartographische Darstellung der Projektion der Organe in der Ohrmuschel durfte den einzelnen Organen nicht direkt entsprechen, sondern vielmehr der Projektion dieser Organeim zentralen Nervensystem, insbesondere in der formatio reticularis. Der Vergleich mit der schulmedizinischen Darstellung der Großhirnrinde weistverblüffende Ähnlichkeit auf.

2. P U N K T S U C HE  , T H E R A P I E

Der erkrankte Organismus zeigt an bestimmten Stellen der Ohrmuschel verschiedene Reaktionen. Pathologische Punkte sind in der Regel druckempfindlich. Die Ohrmuschel wird mit einem stumpfen Gerät und möglichst konstantem Druck untersucht. Die Empfindungen an verschiedenen Stellen der Ohrmuschel werden miteinander verglichen, wobei man dem Patienten Zeit lassen muss, das unterschiedliche Schmerzempfinden zu verarbeiten und auszudrücken,was sehr zeitraubend ist und durch das subjektive Urteilsvermögen des Patienten oft zur Fehlerquelle wird. Die pathologischen Punkte in der Ohrmuschel zeichnen sich ferner durch einen messbaren, deutlich niedrigeren Hautwiderstand gegenüber ihrer Umgebung aus. Bei der elektrischen Punktsuche wird durch die indifferente Elektrode dem Patienten Gleichstrom geringer Intensität (unter 1uA) zugeführt, wodurch die Stellen des niedrigeren Hautwiderstandes gemessen werden können. Die Grundvoraussetzung für brauchbare Messungen ist das Messen an gesunder, unverletzter Haut.

Die elektrische Punktsuche ist schnell, bequem undunabhängig von der Mitarbeit oder Intelligenzgrad des Patienten.

Die zweckmäßigerweise im Blickfeld des Untersuchenden eingebaute Anzeige (gelbe oder grüne Leuchtdiode) erlaubt das gleichzeitige Beobachten der Punktanzeige und der zu untersuchenden Stelle. Die Ohrpunkte sind meistens nur 0,2 mm groß, daher muss die Untersuchung sehr genau sein. Am Anfang beschränkt man sich bewusst auf die Projektion der Wirbelsäule und der Extremitäten im Ohr. Die Durchführung der Therapie gibt sofort sichtbare Ergebnisse.

Das Wichtigste ist die richtige Lokalisation des Punktes. Die dazu notwendige Sensibilität des Punkt-Selektors wird am Null-Punkt auf der kleinen Kerbe auf der Helix- Wurzel eingestellt. Der Null-Punkt bildet das geometrische Zentrum der Ohrmuschel. Man findet ihn unter der Helix-Wurzel dort, wo diese aus der Concha heraustritt. Die sehr oft tiefe Kerbe, die den Punkt kennzeichnet, kann mit dem Abtast-Bügel oder einfach mit  der Zeigefingerkuppe gefunden werden. Es kann ausnahmsweise vorkommen, daß bei der Untersuchung der Ohrmuschel weder schmerzhafte Punkte gefunden werden, noch die Sensibilität des Selektors eingestellt werden kann, weil der Null-Punkteinen pathologischen Wert hat und die allgemeine Empfindlichkeit der Ohrmuschelvom Null - Punkt abhängt. Es genügt, diesen zu reizen (elektrisch stimulieren),und die pathologischen Punkte reagieren durch große Empfindlichkeit. Man kann das Gerät in solchen Fällen auch am Shen- Men (P 55) einstellen.

Die Sensibilität wird bei richtigem Kontakt der Selektor-Spitze zum Null-Punktexakt auf das Umschalten von Grün auf Gelb eingestellt (dabei glimmen die beiden Dioden nur leicht). Damit wird die richtige Selektion gewährleistet, sodaß beim Aufleuchten der grünen Leuchtdiode die Silbernadel gesetzt werden muss. Akute Prozesse werden durch grünes Licht signalisiert. Beim Gebrauch der Stahlnadel sediert man durch energisches Drehen und Bewegen, oder durch die Anwendung der höheren Frequenzen bei der Therapie auf elektrischem Wege. Gelbes Licht weist darauf hin, daß es sich um meistens verschleppte, chronische Erkrankungen handelt. In diesem Fall nimmt man zum Tonisieren Stahlnadel, die ruhig stecken soll, oder Goldnadel bzw. die niedrigere Frequenz bei der Strombehandlung.

Die Ohrmuschel muss vorher mit 70-% Alkohol gereinigt werden . Die Punkte werden vorher mit einem Filzstift gekennzeichnet. Beim Setzen der Nadel empfindet der  Patient zuerst ein Stechgefühl. Die Nadel wird schnell in die Haut eingeführt.Zeigt der Patient keinerlei Reaktion, so hat man sich im Punkt geirrt, oder einen Punkt gestochen, der keine zentrale Funktion besitzt.

Dr. PaulF. M. Nogier schreibt : 

"Die Nadel muss tief genug stecken, damit sie nicht herausfällt. Häufig kann es passieren, daß der Knorpel berührt wird. Der Knorpel soll aber nicht verletzt werden."

Die schmerzstillende Wirkung kann schon nach einigen Minuten eintreten. Wenn sich nach einer Minute keine Linderung einstellt, empfiehlt es sich, die Nadel zudrehen (beim Behandeln ohne Strom), oder andere Punkte zu suchen.

Die Schmerzen kehren nach 1- 2 Tagen mit ursprünglicher oder verringerter Intensität wieder. Insbesondere bei chronischen Fällen sind wiederholte Sitzungen notwendig, wobei bei richtiger Punktwahl sich unbedingt eine Besserung einstellen muss. Man lässt die Nadel 5-30 Minuten stecken.

Bei Kombination von Körperakupunktur und Ohrakupunktur werden zuerst die Nadeln am Körper und erst dann in der Ohrmuschel gesetzt. Dr. Nogier lehnt jedoch eine Kombination ab.

Zum Schluss muss gesagt werden, daß die reflektorische Funktion der Ohrmuschel experimentell  nachgewiesen werden kann- mit einem einfachen Versuch: Wenn man auf die periphere Stelle z.B. Knie einen Eisbeutel legt, kann am reflektorischen Ohrmuschel-Punkt für das Knie eine Hyperästhesie (Überempfindlichkeit) gegen Wärme nachgewiesen werden. Eine stumpfe Metallspitze, die auf 40 Grad erwärmt wird, empfindet die Versuchsperson am Korrespondenz-Punkt im Ohr als brennend heiß, während ein paar Millimeter weiter fast gar nichts gespürt wird.

 3. B AT T E R I E N

Der Punktselektor SVESA 1031 arbeitet mit 2 Monozellen und 6 Mignon-Zellen. Die Therapie-Einheit muss abgeschaltet werden!

 

 

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