Einige mathematischen Methoden der Erforschung auf dem Gebiete der mayaschen Datierung. (XII Kongress UISPP)

     Von den mayaschen Schriftdenkmälern, die bis heute aufbewahrt sind, wurden die Datenstrukturen verlässlich gelöst und eindeutig definiert, wie auch sogar die Aufschriften, die die Nummerwerte zum Ausdruck bringen. Diese Informationen betreffen eindeutig und überwiegend die Kalenderdaten. Und das bedeutet für uns, dass wir die Nummergruppen von Kalenderdaten und von Differenzen zwischen einzelnen Daten zur Verfügung haben. Gegenseitige Kombinationen mayascher Kalenderdaten und derer Thopologie auf den Steinstelen und in den Kodexen haben schon frühere Forscher zu der Voraussetzung gebracht, dass die alten Mayas lediglich mit den Naturnummern (INTEGERS) gearbeitet hatten und natürlich die Addition und Subtrakrtion beherrscht hatten. Diese zwei mathematischen Funktionen werden mit verhältnismässig reichem archäologischem Material hinzufügt.

     Wir haben die Aufgabe vorgenommen, eine Korrelationskonstante zwischen altmayscher und julianischer Datierung zu finden. Diese julianische Datierung wird in gleichzeitiger Astronomie gegenwärtig verwendet. Im weiterem zeigen wir einige mathematischen Methoden, die wir in unserer Arbeit verwendet haben.

     Mit Rücksicht auf schwieriges Beschaffen des neuesten benötigten Archivmaterials (1990), Literatur und der Photodokumentation aus dem Gebiete der neuesten Ausgrabungen , konstatieren wir, dass wir die neuesten in der fächlichen Welt bekannte Dokumente nicht zur Verfügung hatten. Trotzdem ist es uns gelungen, genügende Menge von Kalederdaten zu gewinnen und zu analysieren, überwiegend aus der Zeit der älteren Forschungen.

     Wir sind von der Voraussetzung ausgegangen, dass der grosse Anteil von Angaben in den mayaschen Aufschriften die Vormerkungen über die periodischen astronomischen Erscheinungen vorstellen, d.h. die Phasen des Mondes, der Tagundnachtgleiche und manche typischen Planetenlagen. Die Nummergruppe der Daten ( 400 Angaben ), die wir zur Verfügung hatten, hat uns eine Möglichkeit geboten, die statistische Methode zwecks Beweises zu verwenden, dass es sich wirklich um konkrete astronomischen Angaben handelt. Worum handelt es sich eigentlich ?

     Es ist zum Beispiel bekannt, dass von einem Vollmonde zu dem nächsten ein Zeitintervall von 29,530588 Tagen vergeht. Wenn also irgendwelche Daten aus der erwähnten Nummergruppe die Tage des Vollmondes vorstellen,muss gegebenenfalls die angeführte Konstante restlos ( oder fast restlos, womit eine imvoraus gewählte Toleranz gemeint ist ) zwischen ihnen gegenseitig enthalten werden. Dabei muss der Anteil durch eine ganze Nummer zum Ausdruck gebrachrt werden, eventuell durch solche Nummer derer dezimaler Teil (d.h. hinter dem dezimalen Strich) relativ sehr klein ist. Wir bemerken, dass zwischen diesen einzelnen Daten,die grundsätzlich die Tagenanzahl vom Beginn des Mayakalenders ausdrücken, sich Unterschiede oft von mehreren Jahren, sogar von Jahrhunderten befinden. Dann ist ersichtlich, dass manche Angaben entweder in weit ferner Vergangenheit oder in ferner Zukunft berechnet worden. Also unsere statistische Methode besteht darin, dass wir mit dem Computer folgen, inwiefern das oben erwähnte Kriterium öfter vorkommt als es der normalen Zerteilung (Zerlegen) entspräche laut der Wahrscheinlichkeitsberechnung im gleichzähligem Muster der zufällig gewählten Nummer.

     Zwecks eigener Berechnung haben wir solchen Algoritmus hergestellt, damit wir die Nummergruppe mehrerer Hunderten der Kalenderdaten (MD) Nummer nach Nummer durch konkrete astronomische Periode dividieren könnten. Das heisst beispielsweise , dass wir die ganze Gruppe Nummer nach Nummer durch die Konstante 29,530588 dividieren. Von jedem einzelnen Anteil substrahieren wir den ganznummerischen Teil und vergleichen die Dezimalreste von einigen Anteilen.

     Falls eine grössere Nummergruppe von nummerisch gleichen oder nummerisch sehr nahen Resten vorkommt, die von der normalen Wahrscheinlichkeitsberechnung abweicht, erreichen wir bereits das, was wir gesucht haben. Gegebenenfalls ist es wahrscheinlich, dass die Urangaben die der typischen Anteilgruppe (den gleichen Dezimalresten) entsprechen, konkrete astronomische Erscheinung vorstellen, in unserem Falle den synodischen Monat,den Vollmond oder Neumond.

     Diese Berechnungen führen wir natürlich im Computer durch, wobei wir gleichzeitig die Modellsituationen bilden. Auf gleicher Art analysieren wir die zufällig gewählte Kalenderdatengruppe.Wir untersuchen zum Beispiel, welche die Wahrscheinlichkeit ist, damit wir aus 400 zufällig generierten Nummern, die nach und nach per Konstante 29,530588 dividiert wurden, 34 positive Fälle erhalten. Unganznummerische Dezimalreste hatten im unseren Fall eine Zerstreuung 0,05. Den Versuch mit den zufällig gewählten Nummern haben wir zum Beispiel tausendmal durchgeführt. Wenn wir dann von z.B. 1000 Modellsituationen 20 gleiche positive Ergebnisse gewonnen haben,ähnlich wie in der Arbeit mit der Originalgesamtheit MD, ergibt sich dann die Wahrscheinlichkeit 50 : 1 , womit die Mondsdaten wirklich identifiziert sind. Wir voraussetzen, dass es sich entweder um Vollmond oder um Neumond handelt .

     Derartig ist es uns gelungen,solche Datengruppen zu bestimmen, die die astronomischen Angaben beschreiben,d.h. die Tagundnachtgleichen, Sonnenwenden und Mondphasen. Wir sind dessen bewusst,dass wir nicht alle in den letzten Jahren erfundene Daten zur Verfügung hatten, was die neuen Ausgrabungen betrifft. Vom Standpunkt der mathematischen Statistik aus ist in diesem Fall das Muster von mehr als 400 mayaschen Angaben ausreichend repräsentativ und deswegen kann man damit mathematisch arbeiten.